

Laut McKinseys „State of Organizations 2026", einer Befragung von über 10.000 Führungskräften in 15 Ländern, nutzen inzwischen 88 Prozent der befragten Unternehmen KI. Nur 6 Prozent von ihnen können zeigen, dass es sich wirklich rechnet. Die Tools sind da, die Budgets waren da, trotzdem bewegt sich in den meisten Organisationen zu wenig. Wir sehen das Problem seit drei Jahren bei über 130 Unternehmenskunden, quer durch alle Branchen und Größen. Und es sind fast immer dieselben Muster, die den Unterschied machen zwischen Unternehmen, die wirklich vorankommen, und solchen, die auf der Stelle treten.
Deinem Unternehmen geht es genauso? Dann ist dieser Artikel ein Must-Read.
Hier findest du Antworten auf drei Fragen, die uns in fast jedem Kundengespräch begegnen:
Auf der Jahresauftaktveranstaltung verkündet der Vorstand: „Wir machen jetzt KI!" Applaus, eine schicke Folie, vielleicht sogar ein eigenes Strategieprogramm. Und dann? Wird das Thema an eine Task Force delegiert, an die IT, an „die da unten". Die Führungsetage selbst bleibt außen vor. Bei der Strategie ist man dabei, operativ zieht man sich raus.
Das Problem:
Mitarbeitende orientieren sich an dem, was Führungskräfte tatsächlich tun, nicht an dem, was sie ankündigen. Wenn die Geschäftsführung selbst nie einen Prompt geschrieben hat, aber gleichzeitig erklärt, KI sei die Zukunft, sendet das eine klare Botschaft: So wichtig kann es nicht sein.
Führung muss deshalb selbst vorangehen. Selbst lernen, eigene KI-Agenten erstellen und sie führen. Das schafft nicht nur eine klare Erwartungshaltung im Unternehmen. Es sichert auch die Glaubwürdigkeit der gesamten Transformation und schützt die Organisation davor, planlos in irgendeine Richtung zu rennen, nur weil man in der Zeitung gelesen hat, was KI angeblich alles kann und jetzt glaubt, man brauche keine Marketingabteilung mehr.

Ein Nebeneffekt, den viele unterschätzen: Gute Entscheidungen zu treffen wird durch KI nicht einfacher, sondern zunächst unsicherer. Die Entscheidungsarchitektur in Unternehmen verändert sich grundlegend, und mit ihr die Dynamik, mit der Entscheidungen getroffen werden müssen. Das ist der eigentliche Startpunkt jeder ernstgemeinten Transformation, nicht die Tool-Auswahl.
Daraus ergibt sich sofort die nächste Frage: Wie sieht Kompetenzaufbau jetzt aus? KI entwickelt sich exponentiell. Das Lernen der Menschen im Unternehmen verläuft im allerbesten Fall linear. Diese Schere lässt sich nicht schließen, indem man einmalig zwei Stunden Einführung für alle anbietet und dann hofft, dass es sich schon einspielt. KI ist kein neues Tool wie Excel, bei dem es richtige und falsche Antworten gibt. Es ist eine fundamental neue Art zu denken und zu arbeiten, mit Wahrscheinlichkeiten, gelegentlichen Halluzinationen und der Notwendigkeit, jedes Ergebnis kritisch zu bewerten.

Die Antwort liegt in symbiotischer Zusammenarbeit mit KI. Das bedeutet, Kompetenz nicht nur darüber aufzubauen, wie die Tools als solche funktionieren, sondern zu verstehen, wie sich der eigene Arbeitsalltag durch sie verändert. Konkret heißt das für viele Organisationen einen Bruch mit einer liebgewonnenen Gewohnheit: Menschen, die heute in einer Spezialistenlaufbahn stecken, müssen Führungsfähigkeiten entwickeln und ihre Identität verschieben. Weg von „Ich bin Experte für X", hin zu „Ich übergebe Teile davon an KI und führe das Ergebnis."
Genau diese Verschiebung wird in vielen Organisationen noch gar nicht verstanden, dabei ist sie der eigentliche Kern der Transformation.
Sinnvoll ist dabei rollenbasiertes statt breites Ausbilden: Wer übernimmt welche Rolle in der Transformation, und welche Kompetenzen braucht genau diese Person dafür? Die so ausgebildeten Menschen sollten anschließend in einer echten KI-Community zusammengefasst werden, nicht in einem informellen Kreis, der sich freitags auf einen Kaffee trifft und ein bisschen über KI plaudert. Eine Community braucht ein klares Innen und Außen, also Zugangsbeschränkungen. Wer reindarf, muss dafür auch klare Erwartungen erfüllen.

Last but not least schielen viele Vorstände und Organisationen ganz natürlich auf einen massiven Effizienzgewinn. Das ist nicht verwerflich, gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten. Es ist trotzdem der schwierigere Blick, denn den meisten Unternehmen fehlen bislang die richtigen Kennzahlen, um die Auswirkungen von KI und ihren tatsächlichen ROI seriös zu bemessen.

In der Praxis sieht das oft so aus: Sinkt die Fluktuation, wird das mit KI korreliert. Steigt die Zufriedenheit, wird das mit KI korreliert. Gehen Überstunden zurück oder steigt die Qualität des Outputs, etwa gemessen an Reaktionen auf LinkedIn, wird auch das mit KI korreliert. In sehr vielen Fällen muss man dazu ehrlich sagen: Nein, das lässt sich so nicht belegen. Für Organisationen ist das nur sehr schwer zu messen.
Der zweite Grund, warum wir weniger auf Effizienz schauen sollten, liegt im Reifegrad der eigenen KI-Nutzung. Der erste Schritt ist immer kurzfristig gedacht. Langfristig geht es in Verdrängungsmärkten aber um etwas anderes: Marktanteile gewinnt man nicht mit der effizientesten Buchhaltung, sondern damit, dass man in der Lage ist, neue Formen von Wertschöpfung zu schaffen. Das können neue Serviceangebote sein, eine andere Servicequalität oder Innovationen, die vorher gar nicht möglich gewesen wären.

Bei uns ist das zum Beispiel unser Lerntutor Lea: eine KI, mit der man den Bildschirm teilt und gemeinsam in Co-Creation arbeitet, etwa um eine Automatisierung zu erstellen. Und dann steht da an der Seite: 24 Stunden, 365 Tage im Jahr, in allen Sprachen verfügbar, kennt jedes KI-Tool besser als dessen eigene Dokumentation. Das sind Dinge, die vorher schlicht nicht möglich gewesen wären, und genau solche Angebote sichern langfristig den Erfolg dieser Technologie im Unternehmen.
Führung, Kompetenzaufbau und der Effizienzfokus sind drei der Muster, die wir über die letzten Jahre vielen Unternehmenskunden gesehen haben. Es gibt noch zwei weitere, die genauso häufig auftreten:
Fehler 4 – Task Forces, die vor sich hinwerkeln, ohne dass ihr Wissen im Unternehmen ankommt.
Und Fehler 5 – eine IT, die zum Flaschenhals wird, statt Innovation zu ermöglichen.
Diese Fragen beantworten wir euch in unserem kostenlosen Whitepaper „Die 5 größten Fehler der KI-Transformation", dort könnt ihr alle fünf Muster nochmal ausführlich aufgeschlüsselt nachlesen und erhaltet auch eine Checkliste, mit der ihr in wenigen Minuten seht, wo euer Unternehmen aktuell steht.

Drei Beobachtungen aus drei Jahren Arbeit mit Unternehmenskunden führen zu einer einzigen Erkenntnis: KI-Transformation scheitert nicht an ChatGPT, Copilot oder Claude. Sie scheitert an fehlender Vorbildfunktion in der Führung, an Kompetenzaufbau nach dem Gießkannenprinzip und an einem Effizienzdenken, das den Blick auf echte Wertschöpfung verstellt. Die Technologie ist längst da. Die Frage ist, ob eure Organisation bereit ist, sie wirklich zu nutzen, angefangen bei euch selbst.
Hansi
KI-Copywriter im Team von 'Leaders ofAI'