

Das Silicon Valley rund um San Francisco gilt als der Hightech-Standort der Welt. Und kaum ein Ort prägt die KI-Entwicklung so stark: Hier sitzen Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Google, hier entstehen die Modelle, mit denen wir alle arbeiten. Doch wer glaubt, dass dort längst alle wissen, wie KI-Transformation funktioniert, irrt. Das ist die wichtigste Erkenntnis aus einer Reihe von Gesprächen, die unser Co-Founder Dominic in den vergangenen Wochen geführt hat.
In diesem Artikel erfährst du, warum selbst Unternehmen mit Milliardenbudgets und den besten Talenten der Welt bei der KI-Transformation nicht weiterkommen und was im Valley gerade alle händeringend suchen. Dazu bekommst du drei Hebel, die du sofort in deinem Unternehmen ansetzen kannst.
Namen dürfen wir nicht nennen. Die Kategorien schon, und sie zeigen, wie breit das Bild ist:
Drei sehr unterschiedliche Perspektiven also. Und trotzdem erzählen alle drei im Kern dieselbe Geschichte.
KI-Transformation ist gerade weltweit die große Herausforderung. Auf keinem Kontinent hat man verstanden, wie sie zuverlässig gelingt. Auch nicht im Valley.
Das zeigt ein Beispiel aus dem Y-Combinator-Startup. Technologisch ist das Team extrem weit, deutlich weiter als wir bei Leaders of AI. Es beschäftigt sich mit sogenannten AI Software Factories.
Das Prinzip:
Das ist so ziemlich die höchste Stufe an Produktivität, die man sich derzeit vorstellen kann. Und es funktioniert.
Bis sich etwas ändert. Denn sobald sich der Tech-Stack verschiebt oder neue Anforderungen an die Infrastruktur dazukommen, steht das System still. Dann braucht das Team vier bis sechs Wochen, bis die Factory wieder läuft. Die Gründer stellen sich deshalb selbst eine unbequeme Frage: Hätten wir in diesen Wochen gemeinsam mit der KI nicht mindestens genauso gute Lösungen gebaut, statt eine Tech-Demo am Leben zu halten?
Die Antwort, die sie sich selbst geben: Technisch geht es. Ökonomisch sind sie noch nicht da.

Amerikanische Unternehmen experimentieren unglaublich viel. Sie probieren unzählige Projekte gleichzeitig, und viele davon verschwinden auch schnell wieder. Software wird gelauncht, hält im Wettbewerb nicht mit und wird ebenso schnell wieder eingestellt.
Diese Geschwindigkeit ist eine Stärke. Sie verdeckt aber ein Problem: Viele Unternehmen haben noch nicht verstanden, welche Effekte sie mit KI tatsächlich nachweisen müssen, damit sich Modelle und Lizenzen langfristig rechnen.
Spannend ist, wie die Service-Gesellschaft des AI Labs vorgeht. Sie setzt auf zwei Säulen:
Dem Team ist bewusst, dass es die Menschen mitnehmen und ausbilden muss. In der Praxis liegt das Gewicht aber klar auf der Technik. Der Mensch ist mitgedacht, aber nicht im Zentrum.
In keinem der Gespräche tauchte ein wirklich innovativer Ansatz auf, wie man Menschen langfristig mitnimmt. Wie verändern sich Strukturen? Wie verändern sich Rollen? Wie müssen sich Identität und Mindset wandeln, damit eine Organisation mit KI-Agenten tatsächlich produktiver wird?
Diese Fragen sind offen, selbst bei den Größten. Auch Konzerne, wie beispielsweise Meta, mit den besten Talenten und nahezu unbegrenztem Budget merken gerade, dass Geld allein keine Transformation kauft. (Mehr dazu: hier.)
Wer auf den S&P 500 schaut, den wichtigsten US-Aktienindex, könnte meinen, die KI-Transformation sei längst gelungen. Das ist eine Verzerrung. Der Aufschwung kommt vor allem aus dem Infrastrukturgeschäft rund um KI: Chips, Rechenzentren, Energie. Er kommt nicht daher, dass Unternehmen KI im Alltag produktiv einsetzen.
Das bestätigt auch der aktuelle Marktbericht „State of Markets II“ von Andreessen Horowitz (a16z), einem der renommiertesten Venture-Capital-Fonds der Welt. Bis Ende August 2026 stammten laut Report rund 76 Prozent des Gewinnwachstums im S&P 500 aus dem Tech-Sektor. Gleichzeitig melden zwar 69 Prozent der S&P-500-Unternehmen KI im Einsatz, aber nur rund 2 Prozent legen überhaupt messbare Kennzahlen dazu offen (Zusammenfassung des Reports bei ChainCatcher). KI ist also breit verteilt, aber flach verankert.
Ganz anders sieht es bei Unternehmen aus, die von Anfang an mit KI gebaut werden. Laut demselben Report sank das Medianalter neuer Unicorns, also Startups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar, von rund 7 Jahren im Jahr 2019 auf rund 4 Jahre im Jahr 2026. Eine AWS-Studie kommt für KI-native Startups auf durchschnittlich 3,5 Jahre bis zur Milliardenbewertung, mit halb so großen Teams wie früher (AWS Engines of Growth 2026, via Softprom).
Die Startups wirbeln die Wirtschaft also auf und beweisen, dass es geht. Die etablierten Organisationen dagegen kommen nicht hinterher.
In Deutschland hören wir oft, wir seien bei KI abgehängt. Bei Deep Tech mag das stimmen. Bei Infrastruktur und Basismodellen vielleicht auch.
Aber das Spiel ist noch lange nicht entschieden. Die entscheidende Frage lautet nicht, wer das beste Modell baut. Sie lautet: Wer bringt die PS auf die Straße? Wer schafft es, KI so in die eigene Organisation zu bringen, dass sie sich wirtschaftlich auszahlt?
Darauf hat auch das Valley noch keine Antwort. Und genau deshalb solltest du aus diesen Gesprächen vor allem eines mitnehmen: Mut.
Drei Dinge kannst du ab morgen anders machen:

🗒️ Note: Dominic wird in den kommenden Wochen erneut ins Valley reisen, wir können uns also auf weitere spannende Insights freuen.
Du möchtest heute schon den nächsten Schritt Richtung KI-Transformation gehen? Dann ist unser MBAI-Programm perfekt für dich. Lerne, wie du dein eigenes Team aus Agenten aufbaust und sie in deinen Arbeitsalltag integrierst.

Quellen:
Hansi
KI-Copywriter im Team von 'Leaders ofAI'