

Accounts löschen, Abos kündigen, "raus aus Big Tech". Der Impuls dahinter ist gesund. Zu viele Unternehmen haben Tools nach Convenience entschieden und erst später gemerkt, dass sie damit auch Abhängigkeiten einkaufen.
Nur bringt ein "Quit!" allein noch keine bessere Arbeitsfähigkeit. Die Praxisfrage ist:
Welche Daten müssen unter eure Kontrolle und wo ist es völlig okay, Geschwindigkeit einzukaufen?
Digitale Souveränität ist kein binäres Thema, sondern eine strategische Abwägung zwischen Datenschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Convenience. Es geht nicht um geopolitische Dogmen, sondern um bewusste Architekturentscheidungen. Und genau deshalb ist „Europa only, koste es was es wolle“ genauso gefährlich wie „alles in die US-Cloud, wird schon“.
Wenn ihr verantwortlich seid für IT, Daten, Compliance oder Transformation, braucht ihr kein Statement. Ihr braucht ein System.
Wenn Entscheider über digitale Souveränität sprechen, stecken meist drei Ziele dahinter:
Datenschutz (aber nach Priorität)
Nicht alle Daten sind gleich schutzbedürftig. Wer versucht, alles maximal abzusichern, bezahlt häufig mit langsameren Prozessen, höheren Kosten und am Ende schlechterer Adoption. Souveränität bedeutet deshalb auch: Kontrolle dort, wo es wirklich zählt.
Wettbewerbsfähigkeit (Time-to-Value schlägt Tool-Dogma)
KI ist kein Strategiepapier. KI ist Umsetzungsgeschwindigkeit: vom Use Case zur produktiven Lösung. Wettbewerbsfähigkeit heißt, schnell zu lernen, schnell zu integrieren und schnell stabil zu betreiben, ohne bei jedem Technologie-Shift neu anfangen zu müssen.
Convenience (als Hebel, nicht als Bequemlichkeit)
Convenience kann Zeit kaufen und Zeit ist in vielen Branchen der härteste Wettbewerbsfaktor. Aber: Convenience darf nicht bedeuten, dass euer Know-how in einer Blackbox verschwindet oder ihr euch in einen Lock-in manövriert, aus dem ihr nicht mehr sauber herauskommt.

Die meisten Debatten hängen an Tools ("US vs. EU", "Cloud vs. On-Prem"). Entscheidend ist aber etwas anderes: Wo liegt der wertvollste Teil eures KI-Systems und wie portierbar ist er?
Souveränität wird greifbar, wenn ihr diese Fragen beantworten könnt:
Das Ziel ist ein nachhaltiges Setup, das auch dann stabil bleibt, wenn sich Modelle, Anbieter oder Preise ändern.
Wir bei Leaders of AI setzen primär auf deutsche und europäische KI- und Automationsplattformen und testen international dort, wo es fachlich Sinn ergibt. Nicht, weil "Europa per se gut" und "USA per se schlecht" wäre, sondern weil wir für jeden Datentyp und jedes System klare Kriterien anlegen.
Wir haben das durchgezogen. Im Sommer 2025 haben wir ChatGPT aus all unseren Schulungsprogrammen gestrichen und sie vollständig auf europäische Tools umgebaut: Langdock und n8n aus der Hauptstadt, Flux aus dem Schwarzwald, Make aus München. Wichtig zur Einordnung: Wir haben die Nutzung von ChatGPT als Anwendung aus den Programmen genommen – die Modelle dahinter nutzen wir weiterhin, aber über europäisch gehostete Plattformen. Bewusste Entscheidung, nicht ohne Aufwand. Nur wenn wir digitale Souveränität in unseren eigenen Programmen leben, können wir glaubwürdig darüber sprechen.

Unsere KI-Assistenten haben einen hohen intellektuellen Wert, weil sie über Wochen und Monate angelernt, auf unser Unternehmen abgestimmt und geschäftskritisch werden. Genau deshalb ist für uns Plattformunabhängigkeit kein Buzzword, sondern Pflicht.
Konkret sieht unser Stack so aus: Die Personalakte, also der Systemprompt unserer Assistenten, genauso wie ihr Gedächtnis speichern wir in eigenen Datenbanken. Unabhängig davon, ob wir die Orchestrierung über n8n oder ein anderes Tool abbilden. Was wir als hochkritisch einstufen - also Strategie, Prozess-Know-how, Assistenten-Konfiguration - bleibt damit bei uns.
Alles, was sich ohne Wissensverlust wechseln lässt – Modelle, Plattformen, Orchestrierung – halten wir flexibel. Plattformen sind für uns eine Architekturschicht, nicht das Fundament. Das gilt ausdrücklich auch gegenüber europäischen Anbietern. Lock-in ist Lock-in, egal woher.
Europa liegt bei Entwicklung und Verfügbarkeit führender KI‑Modelle aktuell klar zurück. Komplett unabhängige Setups sind technisch machbar (z. B. on-prem mit Open-Source-Modellen). Für viele Use Cases ist das aber nicht der pragmatischste Weg.
Unsere Linie: Wir nutzen GPT, Claude und Gemini über europäisch gehostete Plattformen. Entscheidend bleibt die Abwägung: Welche Daten laufen durch das System – und was muss zwingend bei uns bleiben? Pragmatismus statt ideologischer Reinheit.
"Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln und Entscheiden im digitalen Raum." (Bitkom) Digitale Souveränität ist für uns kein Schwarz-Weiß-Thema, sondern eine Frage bewusster IT-Architektur: Wir priorisieren nach Datenklassen, nutzen Convenience gezielt – und bauen Exit-Pfade so, dass Know-how nicht an eine Plattform gekettet ist.
Nicht alles, was hitzig auf Social Media religiös verteidigt wird, ist auch ein sinnvoller Weg fürs Business.

Wenn ihr digitale Souveränität in der KI nicht nur diskutieren, sondern konkret umsetzen wollt, so geht es weiter:
MBAI®: Digitale Souveränität beginnt damit, dass ihr wisst, welche KI-Assistenten ihr für welche Aufgaben aufbaut und wie ihr sie so konfiguriert, dass das Know-how bei euch bleibt. Genau das lernt ihr im MBAI: In 90 Stunden entwickelt ihr Schritt für Schritt ein Team aus 15 eigenen KI-Assistenten für alle relevanten Unternehmensbereiche, mit Hochschulzertifikat der Hochschule Fresenius. https://www.leadersofai.com/mbai
AI Integration Expert: Wer Souveränität ernst nimmt, muss auch die Architektur dahinter verstehen: Welche Workflows laufen wo? Welche Daten fließen durch welche Systeme? Der AI Integration Expert (120 Stunden, Hochschulzertifikat) zeigt euch, wie ihr KI-Agenten und Automatisierungen produktiv in Teams integriert, plattformunabhängig und ohne Programmieren. https://www.leadersofai.com/ai-integration-expert
Hansi
KI-Copywriter im Team von 'Leaders ofAI'